Der BCS im Vergleich zu anderen Methoden!

Es sind verschiedene Techniken in Gebrauch, um die Körperzusammensetzung an lebenden Tieren zu messen.
Die Verfahren unterscheiden sich durch die zugrunde liegenden Theorien, die Einfachheit der Anwendung, die Schnelligkeit der Ergebnisse, die Kosten, den Schaden am Patienten und die Genauigkeit der bewerteten Zusammensetzung.

Vergleich verschiedener Methoden zur Messung von Vorratsfett am lebenden Tier:

System Vorteile Nachteile durchgeführt an Spezies
BCS Billig, schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv, gesamtes subkutanes Fett wird erfasst Subjektiv, Erfahrung erforderlich Pferd, Rind, Schaf, Schwein, Hund, Katze
Biometrische Daten Billig, schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv Populationsspezifische Formel erforderlich Rind, Schaf, Hund, Katze
Ultraschall Schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv Teuer, hoher technischer Aufwand, Erfahrung erforderlich, nur definierte Körperstellen werden untersucht Pferd, Rind, Schaf, Schwein, Hund
Nadelbiopsie Billig, schnell, leicht durchführbar Anästhesie erforderlich, Gefahr der Infektion, nur definierte Körperstellen werden untersucht Schaf, Schwein
Nadelmessung Billig, schnell, leicht durchführbar Keine Unterscheidung zwischen Mukulatur und Fett, Infektionsgefahr, Gefahr der Perforation der Pleuralhöhle, nur definierte Körperstellen werden untersucht Schaf
Hautfaltenmessung mittels Caliper Billig, schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv Erfahrung erforderlich, nicht an allen Spezies und nicht an allen Körperstellen durchführbar Rind, Hund
Infrarotreflektionsspektrometrie Schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv Teuer Schwein (Schlachtkörper)
Harnstoff-Verteilung Billig, schnell Indirekte Messung, Auswertung der Blutproben aufwändig, Venenpunktion erforderlich Rind
Isotopenverteilung Leicht durchführbar Indirekte Messung, Auswertung der Blutproben teuer und aufwändig, großer Zeitaufwand, Venenpunktion notwendig Rind, Hund, Katze
40K-Bestimmung Schnell, leicht durchführbar, nicht invasiv Indirekte Messung, teuer Rind
Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) Schnell, leicht durchführbar Indirekte Messung, teuer, Punktion durch die Elektroden notwendig Pferd, Schwein
TOBEC Schnell, nicht invasiv Indirekte Messung, teuer, aufwändige Technik und Sedation erforderlich Schaf
DEXA Nicht invasiv Sehr teuer, Strahlenbelastung, aufwändige Technik und Vollnakose notwendig Hund, Katze
Kernspintomographie (NMR) Nicht invasiv Sehr teuer, aufwändige Technik und Vollnakose notwendig Schwein


Genauigkeit verschiedener Methoden zur Bestimmung des Körperfettgehalts beim Pferd, vergleichend. Korrelation (r) zur Referenzmessung:

System chemisch bestimmter Gesamtfettgehalt direkt gemessene Fettdicke andere
BCS - - 0,81-0,91
Biometrische Daten - - 0,66
Ultraschall 0,27-0,93 0,85 -


Indirekte Bestimmung des Körperfetts: In der Literatur sind zum Teil gute Ergebnisse für die Abschätzung der fettfreien Masse durch Verfahren, die auf der Abschätzung des Körperwassers basieren, beschrieben. Ein Vergleich der daraus erzielten Abschätzungen des Körperfetts mit anderen Verfahren führt allerdings zur Vermutung, dass einfachere Methoden, wie Body Condition Scooring, in diesem Fall nicht bedeutend ungenauer sind.
Die Rechtfertigung von Kosten und Aufwand für die Abschätzung des Körperfetts beim Pferd wird auch bei diesen Verfahren durch Vergleich mit der Genauigkeit von Body Condition Scoring in Frage gestellt.

Messungen zur direkten Bestimmung des Körperfetts: Folgende Verfahren sind hier zu nennen: DEXA bzw. DPA, NMR, Ultraschallmessung, Nadelbiopsie, Nadelmessung, Tonometrie und Hautfaltenmesung (Calipermetrie).
Mit diesen genannten Verfahren zur quantitativen Bestimmung der subkutanen Fettschicht wird das Fett an definierten Stellen, meistens nur an einer Stelle, gemessen. Die Verteilung des subkutanen Fetts ist aber individuell sehr unterschiedlich. Zum einen sind die Fettdepots nicht bei allen Pferden zu gleichen Teilen auf die verschiedenen Körperregionen verteilt, zum anderen sind die Stellen mit der maximalen Fettdicke innerhalb gleicher Körperregionen verschieden. Dazu kommt, dass manche Pferde das Fett gerade in der Schulter- und Rückenregion relativ gleichmäßig auf eine größere Fläche verteilt haben. Durch Adspektion und Palpation des ganzen Pferdes kann diesen individuellen Unterschieden besser Rechnung getragen werden als durch die Messung der Fettschicht an wenigen Stellen.
Ein Vergleich der Korrelationen zwischen den verschiedenen Methoden zur Abschätzung des Körperfetts und dem mit Referenzmethoden bestimmten Fettgehalt deutet darauf hin, dass Body Condition Scoring, von erfahrenen Leuten durchgeführt, präzise ist, obwohl es ein subjektives semiquantitatives Verfahren ist.